Profiling und die the key academy

Lesezeit: 5 Minuten

Gerade vor kurzem fragte mich jemand: „Wie wird man eigentlich Profiler?“

Ich kann diese Frage natürlich nur für mich beantworten und auf die Tätigkeit, die ich ausübe, denn ich helfe Arbeitgebern in Ihren Stellenbesetzungsverfahren geeignete Mitarbeitende für sich zu finden. Nun könnte man natürlich meinen, das es eigentlich nicht so schwer sein sollte, schließlich reichen die BewerberInnen Unterlagen ein und Bewerbungsgespräche werden ja auch noch geführt. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn bereits 80 % aller BewerberInnen nutzen Coaches oder Tools, um Ihre Bewerbungsunterlagen auf hohem Niveau zu präsentieren. Gleichzeitig werden Trainings absolviert, die auf die Standardfragen im Gespräch vorbereiten (ich schule Arbeitnehmer hierzu ebenfalls – MegA-Jobs). Aber auch Google und YouTube geben bereits viele Antwortlösungen auf übliche Fragen in Bewerbungsgesprächen.

 

Das Silicon Valley macht es vor

Inzwischen sind die Anforderungen in Unternehmen gestiegen und es braucht weit mehr als nur Berufserfahrung, auch wenn diese Erkenntnis noch nicht in allen Unternehmen angekommen ist. In dieser schnelllebigen Zeit braucht es für manche Stellen agiles Denken und Entscheidungsfreude, für andere Stellen braucht es Beständigkeit und Genauigkeit. Das Silicon Valley macht es vor, wenn für die Besetzung vakanter Stellen Profiler eingesetzt werden, um vielversprechende Kandidaten mit den benötigten Skills und Typeigenschaften zu finden.

PersonalerInnen können aus hochwertigen Bewerbungsunterlagen, wohlwollenden Arbeitszeugnissen und trainierten Gesprächen kaum noch herausfinden, welcher BewerberIn gut zu ihrem Unternehmen passen wird und sich nicht nur wegen der Jobsicherheit oder den guten Benefits bewirbt. Beurteilungsfehler, Fehlentscheidungen und Team-Chaos sind vorprogrammiert. Aus diesem Grund braucht es heute fachlich geschulte Menschen mit zusätzlichen Skills, wie eine gute Beobachtungsgabe und Sensibilität sowie Erfahrung, die in der Lage sind hinter die „Fassade“ zu blicken und mehr zu sehen, sogar bis hin zu gesundheitlichen Problemen und Herausforderungen.

 

Wie alles begann

Bereits als junge Frau in den Zwanzigern konnte ich durch Beobachtungsgabe und Sensibilität fremden Menschen auf den Kopf zusagen, in welchem Gemütszustand sie sich befanden und welche Herausforderungen sie durch ihren Typ Mensch hatten.

Nicht nur meinen Mitmenschen war das oft suspect, auch ich selbst war immer wieder verblüfft, wie richtig ich mit meinen Aussagen lag. Ich scherzte manchmal und sagte: „Wenn ich in einer früheren Zeit gelebt hätte, würde man mich wohl als Hexe verbrannt haben.“

Im Laufe der Zeit fand ich meinen beruflichen Platz im Personalmanagement und in der Beratung von Führungskräften und Personalverantwortlichen. Hier musste ich die Begrenztheit meiner Gabe erfahren, wenn ich (aus meiner Sicht) auf Fehlentscheidungen hinwies und Beratungen ins Leere verliefen. Mein Ärger darüber war stark, aber nicht selten stand mein eigener Menschentyp meiner Tätigkeit im Weg. So beschloss ich eines Tages, mich zunächst intensiver mit meiner eigenen Geschichte, Motivation und meinen Typeigenschaften zu beschäftigen, bevor ich Menschen anderen Typs weiter beraten wollte, um sie auf einen guten Weg zu bringen.

Neben Ehrenämtern bei der IHK Berlin als Prüferin für Personalfachkaufleute und als Auditorin des Senatsprojekts „Partner Schule Wirtschaft“ sowie anderer beruflicher Fortbildungen, machte ich mich parallel an meine Persönlichkeitsentwicklung. Schließlich hat der Tag 24 Stunden und die Woche sieben Tage. ♥

Einen großartigen Partner für diese Reise fand ich in der the key community. Ich lernte das „Lesen“ und Verstehen meiner eigenen Persönlichkeit, meiner Typeigenschaften und den Ursprung meines inneren Antriebs. Ich war überrascht, wie viele Menschen ich in der Zeit bei the key kennenlernte, die mir in vielem ähnlich waren und ebenfalls auf der Suche nach Antworten.

Wirtschaftspsychologie, Neurowissen und Persönlichkeitsmodelle sowie gewaltfreie Kommunikation machten aus mir einen Menschen mit veränderter Sicht. Jetzt konnte ich mich aus der Gleichung bei Beratungen herausnehmen und hinter die Persönlichkeit und den Typeigenschaften meiner Gesprächspartner blicken. Es ist erstaunlich, wie verändert der Blick auf andere ist, wenn man eigene Gefühle, Vorurteile und Bewertungen entfernt und sich lediglich in der Beobachtung befindet. Ein wesentlicher Faktor, der seitdem mein Leben und meine Arbeit, vor allem als Profilerin,  zusätzlich bereichert.

 

Dann kam Corona

Während wir unsere Schulungen in den wunderschönen Räumen des Axica in Berlin am Brandenburger Tor verbrachten und von einem tollen Team mit außergewöhnlichen Leckereien verwöhnt wurden, die auch für jeden Allergiker eine Extra-Portion bereithielt, stiegen die Inzidenzen, Corona-Regeln mussten eingehalten werden und Lockdown machte dann das Licht aus. Was nun, fragten sich alle.

Konnten Coachings, Beratungen, Schulungen oder Bewerbungsgespräche online durchgeführt werden? Auch Persönlichkeitsentwicklung? Nur wenige hatten Erfahrung. Aber was war die Alternative? Warten auf irgendwann, wenn es wieder besser sein würde?

Wir probierten es aus und waren selbst überrascht, wie gut auch Persönlichkeitsentwicklung online funktionierte. Während man bei Präsenzveranstaltungen in der Regel nur die sprechende Person anschaut, kann man online in alle Gesichter fast gleichzeitig schauen. Für mich faszinierend, weil so keine Regung unbeobachtet blieb – jedes Schulterzucken, jede hochgezogene Augenbraue.

Auch an Emotionen fehlte es nicht! So flossen in Coaching-Übungen genauso Tränen, wie in Präsenzveranstaltungen und auch die Anteilnahme an Lebensgeschichten war online ungebrochen.

Das New Normal

Online entwickelte sich in Corona zum New Normal. Auch die ersten Arbeitgeber begannen, ihre Bewerbungsgespräche online zu führen, beteiligten mich nun digital zur Profiling-Beratung und sicherten sich so erste gut geeignete Mitarbeitende für ihr Unternehmen, während andere noch über Prozesse und Möglichkeiten nachdachten.

Zu dieser Zeit entwickelte ich das MegA-System und MegA-Profiling für ein Menschentyp-gerechtes Arbeiten und zur Unterstützung von Unternehmen bei der passenden Bewerberauswahl, die bereits mit der Stellenausschreibung beginnt und dem Gedanken: „Welchen Typ Mensch brauchen wir, mit welchen Eigenschaften?“

Während ich mich von einer Beratung zur anderen klickte, erkannte ich die Notwendigkeit der Profiling-Masterclass, damit mehr Personalverantwortliche nachhaltig selbst in der Lage sind, Menschentypen zu erkennen und auf Passgenauigkeit zu überprüfen. Gleichzeitig aber auch durch Profiling-Kenntnisse bestehendes Personal effektiver und typgerechter einsetzen können und sich selbst damit die Arbeit erleichterten.

Ein eigens von uns entwickelter digitaler Profiling-Typ-Test rundet inzwischen meine Fortbildungen ab. So wird er sowohl in der Jobberatung von Arbeitnehmern eingesetzt sowie im Mentoring von Führungs- und Personalverantwortlichen, um eigene Eigenschaften zu visualisieren, aber auch Unternehmen zur Typbestimmung von Personal und Team-Zusammenstellung zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig bietet der Typ-Test Personalverantwortlichen im Recruiting aber auch eine zusätzliche Hilfestellung bei der Entscheidungsfindung und ist gleichzeitig eine Dokumentation bei der Auswahlbegründung, um sich vor Anklagen wegen Diskriminierung zu schützen.

 

Online Kurse erobern das Homeoffice

The key erkannte die Entwicklung schnell und gründete die the key academy. Es wurden Online Kurse in hochwertiger Qualität mit Gamification-Trend inkl. IHK-Zertifizierung erstellt und als Zusatzangebot zu Coach-Ausbildung angeboten.

Natürlich musste ich als Befürworterin von Digitalisierung und agiler Führung Ja-Sagen zum Online Kurs „Fachkraft für agile Führung“ als das Angebot an Schulungsteilnehmer erfolgte und auch hier war ich wieder von der Qualität begeistert. Zeit- und ortsunabhängig lernen, komplexe Sachverhalte durch Interviews einfach erklärt plus IHK-Zertifikat, besser geht’s für mich nicht. Meine Erfahrung mit der the key  academy und der the key Unternehmensgruppe GmbH waren durchgängig großartig und empfehlenswert, weshalb ich sie in meinem Blogbeitrag aus Überzeugung erwähne.

Als Personalerin, die sich neben dem Profiling auch auf die Aufklärung von Arbeitsrechtlichem spezialisiert hat, lag es nahe, dass auch ich vor kurzem meinen ersten Online Kurs an den Start gebracht habe. Eine Hilfestellung zu den Änderungen rund um das Nachweisgesetz und das Teilzeit- und Befristungsgesetz sowie das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Die Unterstützung von Personalverantwortlichen ist mir ein Herzensanliegen, die spätestens seit dem in Kraft treten der gravierenden Änderungen am 01.08.2022 vor jeder Menge neuer Aufgaben und Fragen bei der Arbeitsvertragserstellung stehen. Mehr Arbeitsrechtliches finden Sie auch in meinem Instagram-Account.

Ein Online Kurs zum Profiling ist in Arbeit 🙂

 

Fazit meiner bisherigen Reise

Schon seit je her bin ich davon überzeugt, dass sich die Investition in sich selbst und Wissensaufbau immer lohnen, auch wenn der Nutzen oft nicht gleich erkennbar ist und Menschen in deinem Umfeld das „ewige Lernen“ manchmal weder verstehen noch als notwendig erachten. Ich kann für mich feststellen, dass sich jede Extrameile und jeder investierte Euro mehrfach auszahlt und diese Erkenntnis wünsche ich tatsächlich jedem.

Zudem wurde auf meiner Reise einmal mehr deutlich, wie wichtig dabei auch die richtigen Partner an der Seite sind, die dich fordern, fördern, unterstützen und begleiten, aber auch den „Rücken freihalten“. Als sehr hilfreich stellten sich allerdings auch Tools und Handouts dar, die an die Hand gegeben wurden und eine nachhaltige, erfolgreiche und selbständige Vorgehensweise in den zu bewältigenden Herausforderungen und Entwicklungsstadien ermöglichen.

Was als kleine Reise zu mir selbst begann, ist inzwischen zu einem gut funktionierenden Business gewachsen, bei dem ich selbst vom Lernenden zu einem besseren Lehrer, Begleiter, Förderer und Unterstützer für Führungs- und Personalverantwortliche wurde, wie auch für Arbeitnehmer, der ebenfalls Tools und Handouts an der Hand hat zum Weitergeben.

 

Ein Fakt ist dabei meine Leitlinie:
Wir haben 72 Stunden, wenn wir etwas lesen, hören oder empfohlen bekommen, um zu starten und erste Handlungen vorzunehmen, damit aus einem Wunsch Realität wird. Das Handy macht es möglich, um einen Termin zu blocken oder eine Anfrage zu stellen.

Eine Nacht darüber schlafen? Kein Problem, aber spätestens dann sollte die erste zielführende Mail geschrieben, ein Termin geplant oder Kontakte geknüpft werden, sonst bleibt es lediglich bei dem Wunsch, dass sich etwas ändern soll.

Werden Sie die nächsten 72 Stunden nutzen?

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