Arbeitsrecht – die große Unbekannte

Lesezeit: 3 Minuten

In diesem kleinen Reel (Video) erklärte ich in 15 Sekunden, dass befristete Arbeitsverträge, die nach Dienstantritt unterschrieben werden aus formalen Gründen ihre Befristung verlieren und zu unbefristeten Arbeitsverträgen werden.

Das machte die Runde und innerhalb von zwei Wochen hatte ich über 1.000 Follower mehr. Der Beitrag ist über 323.000 Mal angesehen worden, über 2.800 Mal geliked und über 3.100 Mal gespeichert worden.
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Viele Kommentare wurden geschrieben und erklärt, dass Sie tatsächlich nichts von der Rechtsprechung wussten und haben diese sogar angezweifelt. Andere teilten mir mit, das sie ihre befristeten Arbeitsverträge in der Tat nach einigen Stunden oder aber auch erst Tage später unterzeichnet hätten und waren fassungslos.

Ich hatte in meiner Tätigkeit als Personalreferentin oft Fehler in Sachen Arbeitsrecht mitbekommen, die zum Teil aus Unwissenheit, aber zum Teil auch aus Gleichgültigkeit herrührten, denn „…die Mitarbeitenden haben doch eh keine Ahnung“.

 

Jetzt reichte es mir!

Das Maß an Ungerechtigkeit war bei mir jetzt voll und so hab ich begonnen kurze Reels zu drehen, die sowohl Mitarbeitenden als auch Personalern oder Führungskräften die arbeitsrechtlichen Folgen von Formfehlern oder Regeln, die gegen das geltende Recht sind, informieren und aufklären sollen.

Mir liegt es völlig fern dabei mit erhobenem Zeigefinger zu agieren, Mitarbeitende gegen ihre Arbeitgeber aufzuhetzen oder Unfrieden zu stiften und meine Beiträge stellen auch keine Rechtsberatung dar, sondern lediglich eine Information. Dennoch ist es aus meiner Sicht an der Zeit, dass sich alle Beteiligten von Arbeitsverhältnissen auch mit ihren Rechten und Pflichten auseinandersetzen. Denn ich weiß, dass es Arbeitgeber gibt, die ihre Arbeitsverträge googeln, Bedingungen hineinschreiben, die unzulässig sind, Befristungen nicht gesetzkonform deklarieren und und und….

Am meisten ärgert mich, wenn Mitarbeitende, dann auf ihre Rechte hinweisen und von Seiten des Unternehmens dann Erpressungen, Drohungen und Kündigungen folgen. Wird hier gehofft, dass der nächste Mitarbeitende wieder keine Ahnung von seinem Recht hat, mit dem man dann wieder „Schlitten fahren kann“?

 

Es ist Zeit!

Diese Vorgehensweisen sind erbärmlich. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel in dieser Weise mit Menschen umzugehen, halte ich nicht nur für verwerflich, sondern bin davon überzeugt, dass Arbeitgeber mit diesen Verhaltensweisen den Ruf der Firma ruinieren und dadurch letztendlich das Scheitern des Unternehmens maßgeblich zu verantworten haben.

Amtliche Statistiken (Statista 2021) belegen, dass die Zahl der Menschen, die in die Selbständigkeit gehen seit 1992 von 514.000 bis 2020 auf 1.450.000 gestiegen ist. Als Gründe werden hier nicht zuletzt, Unzufriedenheit mit Vorgesetztenverhalten, dem gering wertschätzendem Umgang, Intransparenz und mangelnder Rückhalt im Unternehmen angeführt.

Anstatt Arbeitgeber eine Atmosphäre von Zufriedenheit schaffen und sich bemühen im Wettkampf mit anderen Unternehmen einen Vorteil zu verschaffen als ein Arbeitgeber, bei dem die Menschen gerne arbeiten wollen, wird ein autoritäres Gehabe an den Tag gelegt und die Mitarbeitenden in den Burnout getrieben und eine Kultur von Mißtrauen und Feindseligkeit geschaffen.

Sie glauben, ich übertreibe?

Dann lesen Sie die vielen Kommentare auf meinem Instagram-Account unter den Beiträgen, wo Mitarbeitende öffentlich erzählen, wie es ihnen auf ihrer Arbeitsstelle geht. Dass sie keine Pausen haben, 10 Stunden arbeiten und noch Ärger bekommen, wenn sie wenigstens ein paar Minuten täglich machen möchten. Es reicht nicht aus, den Mitarbeitenden Pausenzeiten auf dem Papier abzuziehen und sie dann keine machen zu lassen. Hier wird anstatt dem vom Gesetzgeber gewünschten betrieblichen Gesundheitsmanagement und dem Wunsch Mitarbeitende möglichst lange gesund in Lohn und Brot zu halten, die Ressourcen verbrannt, indem die Menschen ausgebrannt werden.

 

Wussten Sie,…?

dass Google 600 Bewerbungen und Bosch 80 Bewerbungen auf eine ausgeschriebene Stelle bekommt? Auch Start Ups und Unternehmen, die Zeit und Geld in die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden stecken, können über das Wort „Fachkräftemangel“ nur müde lächeln.

Sie möchten mal sehen, wie ein ehemals kleines Unternehmen gerade zu einem großen wächst? Dann schauen Sie doch mal in den Instagram-Account des Malereibetriebes Stralsund. Auch hier wird viel Liebe, Zeit und Geld in die Zufriedenheit der Mitarbeitenden gesteckt und es zahlt sich aus. Der Geschäftsführer berichtete letztens, dass er im Jahr 200 Bewerbungen bekommt und mittlerweile 2 Mitarbeitende pro Monat einstellt. Denn die Zufriedenheit der Mitarbeitenden sorgt für erstklassige Arbeit bei den Kunden und das spricht sich herum. Genauso wie ständige Einsparungen, wenig Kulanz und „harte Hand“ sich nach Außen spiegeln und ein Unternehmen nicht nur für Mitarbeitende, sondern auch für Kunden unattraktiv macht.

 

Sind Sie nachdenklich geworden?

Das wünschte ich mir!

„Der Karren“ sitzt oft schon ganz schön fest, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es nie zuspät ist, Dinge zu ändern und gemeinschaftlich „den Karren“ auch wieder herauszuziehen und funktionstüchtig zu machen.

Sich mit Arbeitsrecht zu beschäftigen und die Mitarbeitenden entsprechend ihrer zustehenden Rechte zu behandeln wäre doch schon einmal ein großartiger Anfang, finde ich.

Sie schaffen es nicht alleine die vielen Baustellen zu bearbeiten? Sich Hilfe holen zeigt Stärke!
Gerne stehe auch ich Ihnen mit meiner fachlichen Exertise aus 30 Jahren Berufspraxis zur Seite.

Vielleicht ist die HR-MASTERCLASS, die Programme zur FührungsExzellenz oder ein Rundum-Programm wie unser „the key-System“ das Richtige für Sie?
Nehmen Sie hierfür gerne unverbindlich und kostenlos mit mir Kontakt auf und lassen Sie uns reden und herausfinden, wo Ihre Herausforderungen im Speziellen liegen.

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Aktuell steht am 26.10.2021 um 18 Uhr noch das Webinar „Arbeitsrecht – Die große Unbekannte -Basics Teil 1“ an. Kosten: 25 € (ca. 75 Min.)
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